ausgangsbild von anna cramer, reaktion von josefin schmidt
dialogue: online analogue
Kommunikation ist alles. Online-Chatten mit seiner Bildkachelstruktur ist Frontalunterricht pur. Deshalb ist der Gebrauch von Dialogformaten im Rahmen der Online-Lehre die einzig mögliche Form dieser hermetischen Situation zu entkommen. Bild-Bild und Text-Bild-Reaktionen helfen die Isolierung des Homeoffice(-Studios) zu durchbrechen, indem ich in den Austausch trete und bildnerische Impulse von außen in die eigenen vier Wände, in die eigenen Arbeits-Gewohnheiten und -Themen einlasse. Dabei hilft die digitale Übertragung den Prozess, der auch über den Postweg funktionieren würde, etwas zu beschleunigen. Es bleibt ein analoges Arbeiten, gekoppelt an ein digitales Präsentations- und Transportverfahren.
Die Divergenz zwischen der Schriftsprache und der bildnerischen Sprache, zeigt deutlich, dass Bilder sprechen und etwas erzählen, was sich nicht unbedingt mit dem Bedeutungsspektrum der gesprochenen und geschriebenen Sprache deckt. Ein sprachlich gefasster Titel entspricht also nicht unbedingt der künstlerischen Arbeit. Bestenfalls ergänzen sich beide.
- bild (re)aktionen
online-analogue
- lockerung
- portrait zeichnen
bild (re)aktionen
Um miteinander in den Dialog zu treten, sandten wir uns gegenseitig Bilder, Zeichnungen und Fotos, mit der Aufforderung, die Empfängerin möge darauf bildnerisch reagieren. Die gewünschte Reaktion unterlag keinen Vorgaben. Jede konnte individuell und frei mit dem unbekannten Bildimpuls umgehen.
In dieser Dialogarbeit entstanden neue Bildwelten, die für sich stehen. Das linke Bild ist jeweils von der Absenderin und die Bilder auf der rechten Seite sind die Reaktionen der Empfängerinnen.
ausgangsbild von anna danenaite, reaktion von sarah spitzer
ausgangsbild von simone krüger, reaktion von katharina stangl
ausgangsbild von anni wolff, reaktion von lia ziebell
ausgangsbild von natalia chávez hoffmeister, reaktion von celine loesche
ausgangsbild von katharina stangl, reaktion von simone krüger
ausgangsbild von lia ziebell, reaktion von anni wolff
ausgangsbild von josefin schmidt, reaktion von anna cramer
online-analogue
Der Tastsinn kommt uns abhanden wenn wir nur noch mit den Fingerkuppen auf Tasten drücken und für Stunden in Bildschirme blicken. Die ganze Palette des Stofflichen verschwimmt. Wir versuchen uns, dem Diktat der Online-Geräte zu widersetzen. Zeichnen mit Kreide und Tusche während des Online-Meetings auf offenes Zeichenpapier. Hören dabei das Knarzen und Kreischen der Kreidestriche aus den Räumen der anderen. Keine spricht. Es ist als säßen wir in einem Raum. Zeichnen nach der Natur, blind, auf Zeit, nach Musik. Das sind mögliche Auflockerungen.
Die Pandemie zwang uns im Mai 2020 zu absoluter Isolation in unsere Wohnungen. Home-office, online-Lehre waren die neuen Vokabeln. Wir stellten den direkten Kontakt über Videochatt her und zeichneten uns gegenseitig analog in unseren privaten Räumen. Das inzwischen etwas altbacken anmutende Unterfangen der Portrait-Zeichnung half beides zu vereinen: Die Online-Kommunikation mit dem haptisch physischen Erlebnis des Zeichnens analog.
- lockerung
- portrait zeichnen
lockerung
Zur Auflockerung dienen Impulsübungen. Drei Minuten ohne zu sprechen während des Online-Meetings mit angestelltem Mikrophon auf ein Zeichenpapier mit Kreide oder Kohle einen
Strich zeichnen, der über das Blatt hinausreicht. Dann drei Minuten einen Bogen zeichnen, der über das Blatt hinausreicht. Die Linie so lange wiederholen bis das Zeitfenster endet.
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portrait zeichnen
Mit Tusche oder Kohle portraitierten wir uns gegenseitig über die Webcam.
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